Die Märchensäule

 

Hier ist der Eingang  in das Märchenland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

 

Die Märchensäule

 

 

 

Eine Litfaßsäule, die im Jahre 2005 ihr 150 jährige Jubiläum begann, steht in einer Nebenstraße, in einem kleinen Städtchen. Eine große runde Holztür, mit einer alten verschnörkelten Klinke, schmückte die Säule. Rechts und links ein Fenster mit niedlichen Fensterläden. Neben der Tür eine Glocke. Eine Fee schaut aus einem Fenster und lächelte. Eine dicke Eule sitzt im Gebälk. Zwerge die sich hinter Steinen verstecken. Eine Katze die versucht Mäuse zu fangen und eine wunderschöne Prinzessin, die sehnsüchtig hinter ein längliches Glasfenster in die weite Ferne schaut. Ein kleines Vöglein, das ziemlich verloren vor seinem Vogelhäuschen sitzt. Die ganze Säule ist zart umsäumt mit Weinranken.

Für die Erwachsenen bleibt die Tür allerdings geschlossen. Doch für alle Kinder auf der ganzen Welt öffnet sich dieses Märchenreich. Es bedarf nur etwas Phantasie und schon halten sie den Schlüssel zur Tür in der Hand.


 

 
 
 
 
 
 

 

 

 

Das Tor ins Märchenland

 

 

 

 

Vor vielen, vielen Jahren lebte ein böser Zauberer. Er war schon sehr alt und die Einsamkeit hatte ihn mürrisch gemacht. Er schimpfte auf Gott und die Welt. Alle Kinder die ihn kannten neckten und veralberten ihn. Der alte Zauberer meinte darum dass alle Kinder böse wären. Er wusste auch dass es eine wunderbare Märchensäule gab und dass die Kinder sehr gerne in diese Märchensäule hineingehen. Darum schmiedete er einen bösen Plan. Er wollte die Tür, durch die man in die Märchensäule hineinkommt, verzaubern. Niemals sollte es den Kindern wieder gelingen, diese Tür in das Märchenland zu öffnen.

In einer dunklen Nacht, als die Uhr gerade Mitternacht schlug, ein fürchterliches Unwetter tobte und ein Käuzchen schauerlich schrie, stellte er sich vor die Märchensäule streckte seine knochigen Hände zum Himmel und rief den schauerlichen Zauberspruch „ Du mein Gebieter höre mich an, verriegele und versiegele diese Tür in das Märchenland. Niemals soll es den Kindern wieder gelingen diese Tür zu öffnen. Es blitzte und donnerte schauerlich, denn machte es schnapp und die Tür fiel krachend zu. Der Schlüssel zur Märchentür flog weit weg. Der böse Zauberer lachte so laut, das es auf der ganzen Welt bebte. Aus seinen knorrigen Händen kamen mächtige Blitze, die die Märchensäule um schlängelten und in den Zauberspruch einschlossen. Böse fluchte er vor sich hin.

Eine kleine Fee die sich gerade in der Nähe aufhielt, versteckte sich hinter einen großen Stein und beobachtete den bösen Zauberer. Sie wurde sehr wütend und flüsterte, na warte, du Ungeheuer, die Kinder sind nicht böse. Als der Zauberer weg war, stellte sie sich vor die Säule. Den Blick zum Himmel gerichtet, streckte sie ihre Hände weit aus und rief verzweifelt: Oh, hört mich an ihr Elfen und Feen, alle Kinder die gern Märchen hören und lesen, soll es gelingen die Märchentür wieder zu öffnen. Sie müssen sich um Mitternacht, bei Vollmond, mit ihrem Lieblingsmärchenbuch vor die Säule stellen und laut rufen, Märchentür öffne dich. Als die Worte der kleinen Fee verklangen, wurde es plötzlich sehr hell und lauter kleine Sternschnuppen fielen vom Himmel direkt auf die Märchensäule. Dann erklang eine dunkle Stimme: Nur die Kinder die es wirklich ehrlich meinen können auch den Schlüssel finden und damit die Märchentür öffnen. Die kleine Fee freute sich sehr und bedankte sich. Zufrieden machte sie sich auf den Heimweg und war froh den Kindern geholfen zu haben den bösen Zauberspruch aufzuheben.

 


 
 
 
 
 
 

 



 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Die Reise zur Märchensäule

 

                                         Luzi, Oma und Oskar

 

 

 

 

 

 

Luzi, ein kleines Mädchen, wohnte mit ihren Eltern und Oma Elfriede in einem kleinen Häuschen. Eines Tages hörte Luzi das es eine Märchensäule gibt. Sie liebte Märchen über alles. Oma las ihr jeden Abend, wenn Mama nicht da war, eine Geschichte vor. Als Oma wieder einmal vorlas, zappelte Luzi hin und her. Kind was ist den heute mit dir los? Oma, ich muss dich etwas fragen. Hab ich doch gemerkt dass du etwas auf dem Herzen hast, sagte sie und strich Luzi sanft über das Haar. Hast du schon einmal etwas von einer Märchensäule gehört, fragte Luzi? Ja, oh ja, diese Säule kenne ich, antwortete Oma. Bitte erzähle mir etwas davon, bettelte Luzi.

 

 

 

Als ich noch ein Kind war, hat mir meine Großmutter von dieser Säule erzählt und einmal war ich auch dort. Nein wirklich, rief Luzi erstaunt! Ja, es war wie im Traum. Ich hatte mein Lieblingsmärchenbuch eingesteckt und kletterte auf den Pferdewagen meines Opas. Er hatte versprochen mich zur Märchensäule zu bringen. Wir waren sehr lange unterwegs. Lang ausgestreckt und eingekuschelt lag ich im frischen Heu. Die Hände unter den Kopf, starrte ich in den Himmel. Ich war sehr aufgeregt und dachte nur noch an die Märchensäule. Endlich hielt der Pferdewagen und ich sprang mit einem Satz vom Wagen. Da ist sie jubelte ich. Als ich vor der Tür stand, mein Märchenbuch fest umklammert und an der alten Glocke zog, flog eine Sternschnuppe direkt über meinen Kopf. Plötzlich, verschob sich, neben der Tür, ein Stein. Ich erschrak mächtig. Aber was war das? Da lag ein Schlüssel. Er war ganz aus Gold. Ich steckte ihn in das Schloss der Märchentür. Sie öffnete sich wie von Geisterhand. Vorsichtig ging ich in den kleinen Raum. Es war unbeschreiblich, als würde mich die Sonne umarmen. Alle Vögel der Welt schienen zu singen und viele kleine Feen und Elfen flogen durch den Raum. Sie winkten mir zu und zeigten auf eine Treppe. Mitten in der Säule befand sich eine Wendeltreppe. Sie war geschmückt mit Edelsteinen und führte in die Tiefe. Ich lehnte mich über das Geländer, aber man konnte kein Ende erkennen. Mir wurde etwas schwindelig. Da hörte ich eine sanfte Stimme: „ Geh nur hinunter und hab keine Angst. Öffne eine Tür und du wirst dein Lieblingsmärchen finden. Jedes Kind findet hier sein Märchen. Dann verschwand die Stimme und ich hatte das Gefühl als würde mich jemand an die Hand nehmen und die Treppe hinunter führen. Es war als würde ich schweben. Dann stand ich vor einer grünen Tür. Sie war mit bunten Blumen geschmückt, die einen unbeschreiblichen Duft verströmten. Ich öffnete die Tür und befand mich mitten in meinem Märchen. Ich habe dieses Erlebnis bis heute nicht vergessen. Märchen sind das Schönste was es auf der Welt gibt, sagte Oma und lächelte verträumt. Oma, Oma können wir nicht einmal dort hinfahren, bitte Oma. Ich müsste Oskar einmal fragen, überlegte Oma und blinzelte. Vielleicht schafft es ja sein altes Auto noch für eine Reise zur Märchensäule. Oma du bist die des Beste, rief Luzi und gab ihr einen Kuss.

 

Schon am nächsten Tag machte sich Luzi mit Oma Elfriede auf den Weg, zu Omas Freund Oskar. Er wohnte gleich um die Ecke. Luzi durfte an der Haustür klingeln, denn Oskar hatte eine ganz besondere Klingel. Es war eine Schiffsglocke. Oskar war früher Seefahrer. Luzi hatte schon viele Geschichten von ihm gehört, das war sehr interessant. Oma lacht dann immer und sagte Oskar, Oskar du übertreibst mal wieder. Da knarrte auch schon die Tür und ein großer Mann, mit einem weißen Bart und einer speckigen Seemannsmütze, die schräg auf seinem Kopf saß, stand in der Tür. Hallo Oskar, zwitscherte Oma Elfriede und blinzelte mit ihren Augen. Du meine Güte, dachte Luzi. Oma, rief sie ungeduldig und stupste sie kräftig an. Oma strich sich durch das Haar und sagte: Mein lieber Oskar, Luzi verdrehte ihre Augen, du kennst doch die Märchensäule. Aber klar Friedchen, antwortete Oskar, was ist damit, fragte er. Ich habe Luzi versprochen diese Säule zu besuchen, aber wir brauchen jemanden der uns dort hin fährt. Ah und da hast du natürlich sofort an mich gedacht, lachte Oskar. Ja mein Lieber, sagte Oma und lächelte. Friedchen du weißt doch, das ich dir keinen Wunsch abschlagen kann und unserer kleinen Luzi schon gar nicht. Gut Oskar dann können wir ja sofort los fahren. Na ja, wenn du meinst, stotterte er verlegen. Prima, jubelte Luzi und umklammerte fest ihr Lieblingsmärchenbuch. Oskar holte sein altes, verstaubtes Auto aus dem Schuppen. Das ist Flitzi, er hat mich niemals im Stich gelassen, murmelte er leise und seine Augen blitzten, als er kurz über die Karosse strich. Na dann mal alles einsteigen. Es rumpelte und klapperte, als Oskar den Motor startete. Oma hielt krampfhaft ihren Hut fest und lächelte süßlich. Zwei Stunden fuhren sie über Straßen, durch enge Gassen und staubige Feldwege. Doch endlich kamen sie in einen kleinen Ort. Am Straßenrand stand ein großes Hinweisschild, mit der Aufschrift „ Zur Märchensäule „

 

 

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